Donnerstag, 7. November 2024

Der Ampelplatzer

Alles nur Missverständnisse

Es ist passiert: Nach jahrelanger Diffamierungs- und Destruktionspolitik durch die rechtsradikale und bürgerliche Opposition ist die Ampelkoalition geplatzt. Bundeskanzler Scholz hat den regierungsinternen Oppositionsführer nun zum Teil der regierungsexternen Opposition gemacht und ihm damit den Platz zugewiesen, der ihm als Opposition zusteht. Dabei ist das alles nur ein Ergebnis von Missverständnissen, an denen natürlich vor allem Scholz und die Grünen schuld sind.

Denn natürlich war und ist der nun ehemalige Finanzminister als von sich überzeugter und sendungsbewusster Wirtschaftsliberaler weitaus mehr als nur ein Finanzgenie. Schließlich war er als einziges Regierungsmitglied ungeachtet aller Koalitionsvereinbarungen im Besitz der wahren politischen Zukunftsstrategie und damit geradezu berufen, unter anderem die Arbeit der Sozial- Wirtschafts und Verkehrsministerien aus seinem Ministerium heraus gravierend mitzubestimmen. Klar, dass die Erwartung des vor diesem Hintergrund bedeutungslosen Regierungschefs und dessen Stellvertreters und Wirtschaftsministers von kooperativer Zusammenarbeit einfach überzogen waren. Lindner hatte einfach das natürliche Recht eines Vertreters der wahren Lehre, in sämtliche Ressors hineinzuregieren und ihm und seiner Klientel unliebsame Entscheidungen quasi als 5. Kolonne eines Söder/Merz zu blockieren. Das hätte der Bundeskanzler erkennen müssen und ihm einfach nur die Leitung sämtlicher Ministerien und am besten auch gleich seinen eigenen Job übertragen können. Was für eine antiquierte Vorstellung, dass Ministerien die Aufgabe haben, gemeinsam vereinbarte Regierungspolitik in ihren jeweiligen Ressorts umzusetzen. Das ergibt doch nur Sinn, wenn diese den Vorstellungen eines Lindner entspricht.

Es ist so einfach: Die anderen Koalitionspartner mit ihren lächerlichen rund 40% Wählerstimmenanteil hätten sich in Demut den Vorgaben der 11 % - Lobbypartei beugen müssen.

Haben sie aber nicht und das haben sie jetzt davon.

Aber keine Sorge: Wenn die (immer noch amtierende!) Regierung Gesetze verabschieden möchte, die zu 100% Lindners Vorstellungen entsprechen, würden er und seine Fraktion sich einer Zustimmung nicht gänzlich verweigern. Vielleicht jedenfalls und auch nur dann, wenn die Regierung sofort danach zurücktritt. Das ist ja wohl nicht zu viel verlangt.
Schließlich ist es wichtig, dass angesichts des überwätigenden Wahlsiegs von Trump mit Merz nun so schnell wie möglich auch hierzulande ein Vertreter der rückwärtsgewandten Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik mit ihren fatalen Auswirkungen auf den Klimawandel das Sozialgefüge, die Demokratie und damit die Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft an die Macht kommt. Denn der dürfte allein aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit und seiner toxischen Männlichkeit (stammt nicht von mir, sondern von einem Medienexperten) einen guten Draht zu dem alten weißen Mann aus Übersee haben.

 

Mittwoch, 21. Juni 2017

Autonomes Fahren

oder der programmierte Verlust der Kompetenz

Autonomes Fahren! Neben terroristischen Anschlägen, ein wenig Brexit und dem Donald-Getrumple nimmt in den Nachrichten und TV-Magazinen aktuell das Autonome Fahren einen erstaunlich großen Raum ein. Der vordergründige Anlass, über die offensichtlich kurz vor der lukrativen Vermarktung stehende alternativlose Technologie zu berichten, ist die Diskussion einer ethisch relevanten Frage: Wie soll der Computer entscheiden, wenn es um Menschenleben geht? Ist diese Frage geklärt, so scheint es, steht einer Einführung der Technologie des autonomen Fahrens nichts mehr im Weg. Eine wichtige Frage, zweifelsohne. Bedauerlicherweise aber treten andere Fragen, die nicht nur mit dem "autonomen Fahren" verbunden sind, sondern eigentlich vor Dieser geklärt werden müssten, völlig in den Hintergrund.

Zukunftsfragen ausgeklammert

Da wäre zum Einen die Frage nach einem Gesamtkonzept eines umweltverträglichen Individualverkehrs oder als Alternative eines Gesamtkonzepts einer umwelt- und sozialverträglichen Struktur öffentlichen Verkehrs, der die Autonomie der Nutzer sichert. Die Fragen, wie in diesem Zusammenhang das Verhältnis zwischen Personen- und Wirtschaftsverkehr gestaltet werden muss oder wer die Investitionen in die Infrastruktur für die neuen, gewinnträchtigen autonomen Automobil-Produkte finanzieren soll, sollten ebenfalls zur Diskussion stehen. Und wieviel Dreck dürfen autonome Autos unter Berücksichtigung der Anwendung intelligenter Betrugssoftware in die Welt pusten? Ja, tatsächlich geht es um wesentlich mehr, als die Computerentscheidung in Bezug auf Menschenleben. Unter gesellschaftlichen Aspekten geht es in erster Linie um Demokratie, Autonomie, Sicherheit und Zukunft. Lediglich unter wirtschaftlichen Aspekten, also dem Erschließen eines Absatzmarktes für neue Produkte, steht die heiß diskutierte Frage der Entscheidung des autonomen Autos über Leben und Tod derzeit zur Diskussion.

Verkehrssicherheit versus Existenzsicherheit

Und vor diesem Hintergrund sollte sich der Bürger einmal ausführlich mit der Bedeutung und Verwendung des Begriffs Autonomie befassen. Punkt eins ist schnell geklärt, Autonomie bedeutet Selbständigkeit. Autonomes Fahren aus der Perspektive des Menschen müsste daher eigentlich heißen: Der Mensch ist (nicht nur) beim Autofahren hinsichtlich seiner Entscheidungen weitgehend autonom. Und das ist er auch, wenn er sich nicht auf autonomes Fahren einlässt. Denn heute werden Begriffe nur noch scheinbar aus der Sicht des Menschen verwendet. Das aktuell entwickelte autonome Fahren bedeutet real, dass das Fahrzeug autonom ist und dem Menschen Entscheidungen abnimmt, der Mensch seine Autonomie abgibt. Möglicherweise auch die Entscheidungen, wann er wieviel Geld für welche Wartungsmaßnahmen auszugeben hat. Denn natürlich verfügt das Fahrzeug lediglich über eine Teilautonomie, die sich in erster Linie auf Entscheidungen im Straßenverkehr bezieht. Die Entscheidungen des Besitzers beispielsweise über Werkstattbesuche (und damit über dessen Portemonnaie), kann - immer unter dem Aspekt der "Sicherheit" (wenn auch nur der Wirtschaftlichen des Produzenten) - ganz autonom der Hersteller fällen. Der hat letztendlich (und zwar schon heute!) nicht nur den permanenten Zugriff auf all die vom sensorgespickten Fahrzeug  eifrig gesammelten Daten, sondern gewissermaßen auch auf den Zündschlüssel. Wer nicht konsumiert, damit es der Autoindustrie gut geht, der ist im Zweifelsfall auch nicht mehr mobil.

Wenn plaudernde Kühlschränke das Portemonnaie plündern

Um hier nicht missverstanden zu werden, ich vertrete keines Wegs die Parole "freie Fahrt für freie Bürger" und wer mich kennt, weiß, dass ich alles andere als fortschrittsfeindlich bin. Aber ich bin auch nicht bereit, den verbal verschleierten Interessen der Wirtschaftsdiktatoren auf den Leim zu gehen. Klar, inzwischen ist die Digitalisierung und systematische Vernetzung aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und in vielen Bereichen möchte ich die Vorteile gar nicht missen. Aber dennoch sollte auch technischer Fortschritt nicht über autonome Autos oder (auf Kosten des Verbrauchers) autonom wirtschaftende und mit der Unterhaltungselektronik plaudernde, das Raumklima regulierende (und von der Wirtschaft digital kontrollierte) Kühlschränke sondern über die Sicherstellung der Autonomie der Menschen im Rahmen einer demokratischen Gesellschaft definiert werden. Denn Autonomie hat unglaublich viel mit Demokratie, Sicherheit und Freiheit zu tun. Allein deshalb darf die Autonomie des Einzelnen nicht auf von den Herstellern kontrollierte technische Geräte übertragen und dem wirtschaftlichen Erfolg Weniger untergeordnet werden.

Autonomes Denken der Menschen ist gefragt

Selbst wenn hier unwahrscheinlicher Weise kein profitorientierter Missbrauch betrieben wird, eine Abgabe von Autonomie ist auch immer verbunden mit einem Verlust an Fähigkeiten. Was aber, wenn diese im Falle eines Systemausfalls benötigt werden?
Unsere Gesellschaft nimmt bereits seit Jahren eine merkwürdige Entwicklung. Der staatlich organisierten abhängigen Beschäftigung als Lebensinhalt der Menschen und Existenzgrundlage unseres "Deutschland geht es gut" wird, schleichend zunächst, inzwischen aber offensichtlich, der abhängige Konsument hinzugefügt. Vor diesem Hintergrund brauchen wir (derzeit) wirklich keine autonomen Autos, sondern jede Menge autonomen Denkens, das wir Menschen eben weder an unsere technischen Hilfsmittel noch an die Wirtschaft, noch an irgendwelche Bauernfänger abgeben sollten!

Mit autonomen Grüßen
Wolfgang Schwerdt

Dienstag, 6. Juni 2017

Verlosung des Präsidententagebuches „Mit Pauken und Trumpeten“

Alien-Connection verlost 5 Exemplare der aktuellen Neuerscheinung von Markus Richter: Mit Pauken und Trumpeten. Lappan 1017. Hardcover, 74 Seiten

Verlängert bis 19.06.2017

Pressetext: Was treiben Donald Trump und die britische Premierministerin Theresa May hinter verschlossenen Türen? Was waren Trumps wahre Beweggründe, Menschen muslimischen Glaubens die Einreise in sein Land zu verwehren und auf welche Weise notiert sich Amerikas Präsident die Codes für die US-Nuklearwaffen? All diese Fragen beantwortet das streng geheime Tagebuch des Donald J. Trump, das einen intimen, zu 100% auf alternativen Fakten beruhenden, Einblick in das Leben und die Gedankenwelt des mächtigsten siebzigjährigen Kindes der Welt gewährt. Die ersten 100 Tage im Amt.

Wann gibt es zu gewinnen?
Ab sofort bis zum 19.06.2017, 16.00 Uhr.

Wie gibt es zu gewinnen?
Einfach einen Kommentar unter diesem Post (bitte mit email Adresse zur Benachrichtigung. Wird nicht veröffentlicht!) oder auf der Kulturstrom-Facebook-Seite unter dem Verlosungspost hinterlassen

Warum gibt es zu gewinnen?
Weil mir der Lappan-Verlag freundlicherweise die Exemplare zur Verlosung zur Verfügung gestellt hat.

Teilnahmebedingungen
Die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Teilnahmeberechtigt sind natürliche Personen, die Ihren Wohnsitz in Deutschland haben.
Die Ermittlung der Gewinner erfolgt nach Teilnahmeschluss im Rahmen einer auf dem Zufallsprinzip beruhenden Verlosung unter allen Teilnehmern. Die Gewinner der Verlosung werden zeitnah über eine gesonderte Email über den Gewinn informiert. Meldet sich der Gewinner nach zweifacher Aufforderung innerhalb einer Frist von 2 Wochen nicht, kann der Gewinn auf einen anderen Teilnehmer übertragen werden. Beendigung des Gewinnspiels: Alien-Connection behält sich ausdrücklich vor, das Gewinnspiel ohne vorherige Ankündigung und ohne Mitteilung von Gründen zu beenden. Dies gilt insbesondere für jegliche Gründe, die einen planmäßigen Ablauf des Gewinnspiels stören oder verhindern würden. Im Falle eines Gewinns, erklärt sich der Gewinner mit der Veröffentlichung seines Namens auf der Webseite von Alien-Connection und seinen Social Media Plattformen einverstanden.

Montag, 5. Juni 2017

Mit Pauken und Trumpeten

Das Präsidenten-Tagebuch

20.01.2017: Amerika hat einen neuen Präsidenten, zumindest glauben das viele Amerikaner, also wenigstens die, die einen gewissen Donald Trump in dieses Amt gewählt haben. Tatsache ist, dass – betrachtet man das militärische und nicht das geistige Potenzial – mit den Wahlen eine Figur zum  mächtigsten Mann der Welt gemacht wurde, der direkt einem amerikanischen Comic entsprungen sein könnte. Apropos entsprungen . . . aber nein, diesen Gedanken werde ich lieber nicht weiter ausführen.
Angesichts der Sprache und des Verhaltens dieses Amtsinhabers, das der europäische Bildungsbürger nicht einmal in seinem Eltern-Initiativ-Vorschulkindergarten dulden würde, fragen sich viele, wes Geistes Kind dieses blondgeschopfte Wesen eigentlich ist. Einen gewissen Aufschluss gibt das gerade erschienene, streng geheime Tagebuch des Präsidenten „Mit Pauken und Trumpeten“.

Auf verschlungenen Wegen ist dieses Tagebuch, dem Trump seine intimsten Gedanken der ersten 100 Tage Regierungszeit anvertraut hat, zu Markus Richter gelangt, der es als seine Pflicht ansah, es ein wenig überarbeitet, der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Ob sich Richter für die nächsten Jahre in einer Botschaft vor dem langen Arm der Trumpadministration verkriechen muss, ist noch nicht bekannt. Zur Frage, ob es bereits einen Auslieferungsantrag gebe, schweigt die Bundesregierung beharrlich. Der Leser wird in diesem Buch jedenfalls viele bekannte Ereignisse und Beschlüsse des Präsidenten wiederfinden und – von höchster politischer Brisanz – auch die bekanntlich tiefgehenden und komplexem Gedankengänge, die das politische Genie antreiben. Das Tagebuch besteht selbstverständlich ebenso wie meine Ausführungen zu den persönlichen Konsequenzen, die die Publikation für Markus Richter haben könnte, aus 100% alternativen Fakten. Die Ereignisse, auf die im Präsidententagebuch Bezug genommen wird, in der Regel leider nicht.

Markus Richter: Mit Pauken und Trumpeten. Das Präsidenten-Tagebuch. Lappan 2017. Hardcover 74 Seiten 100% alternative Fakten.

Und hier gehts zur Buchverlosung: 5 x Mit Pauken & Trumpeten zu gewinnen!

Mittwoch, 3. Mai 2017

Unheilige Bilder

Cartoons zu Kirche und Religion heute

„Bis zum 500. Jahrestag der Reformation am 31.10.2017 dreht sich alles um Luther.
Papst Franziskus war beim Start der Feierlichkeiten in Schweden dabei und Gottvater Gauck hat beim Eröffnungsfestakt in Berlin seine Predigt gehalten. Es folgen Bibelseminare, Vorträge, Symposien, Festgottesdienste, Jugendtreffen, Theateraufführungen, Chorfeste, Tagungen, Briefmarken-, Kunst- und Weltausstellungen, Konzerte, Lesungen, Volksfeste, theologische Werkstätten, Oratorien, Reformationsmärkte und Kirchentage am laufenden Band. (Verlagstext)“ 
Was aber war geschehen, vor 500 Jahren, das man heute ein ganzes Jahr lang feiern und erinnern muss? Ein radikalchristlicher Fanatiker namens Martin Luther verübte einen verheerenden Anschlag auf die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg und damit auf das römisch-christliche Abendland. In den 95 Punkten seines Bekennerschreibens erklärte er, dass er sich durch Prunksucht, Ausschweifungen und Ablasshandel der Kirche in seinen religiösen Gefühlen verletzt fühlte.

Hurra, sind wir nicht alle ein bisschen Luther?

Seit diesem Tag sollte die Welt nie wieder so sein, wie sie einmal war. Ein erbitterter Kampf um die Werte des römisch- christlichen Abendlandes und gegen den Terror der radikalchristlichen Bewegung des Protestantischen Staates (PS) begann. Wo immer der PS die Oberhand gewann, zerstörte er unersetzliche Kulturgüter und errichtete seine eigenen schmucklosen Gebetsstätten. Er verbannte die allgemeinverständlichen Comics und Skulpturen zu den Sagen und Legenden der Religion aus den Gotteshäusern und beglückte die überwiegend des Lesens unkundigen Menschen mit einer Bibelübersetzung ins Deutsche. Religionskriege gewaltigen Ausmaßes unter Beteiligung „ausländischer“ Mächte überzogen vor allem die Länder des Deutschen Reiches. Unzählige Tote, Hungerkatastrophen, Krankheitsepidemien, Verfolgung, Flucht und Elend waren die Folge. Am Ende hielten die puritanischen Werte des PS vor allem in unsere heutige Wirtschafts- und Sozialethik Einzug. Seitdem sorgen die Prinzipien „Almosen für die Arbeitslosen und Armen“ und „Hauptsache (abhängige) Arbeit um jeden Preis“ dafür, dass es Deutschland gut geht. Ein guter Grund, 2017 unter dem Begriff „Reformation“ den 500 Jahre währenden Siegeszug des PS zu begehen.

Ein Comic zur christlich- abendländischen Leitkultur

Mit Ihrem Buch Unheilige Bilder helfen die Herausgeber Dieter Schwalm und Wolfgang Kleinert, das Leben mit radikalreligiösen Eiferern aller Glaubensrichtungen und den Folgen der Kultur des christlichen Abendlandes ein wenig erträglicher zu machen. Dabei werden sie von rund 60 Cartoonistinnen und Cartoonisten unterstützt, die den Betrachter mit spitzer Feder hinter die Kulissen des göttlichen, kirchlichen und gelegentlich auch teuflischen Wirkens schauen lassen. Keine Frage, Martin Luther hätte seine helle Freude an den gezeichneten Kommentaren zu gewissen Verfehlungen katholischer Würden- und Sündenträger. Bei anderen Comics würde es mich nicht wundern, wenn der religiöse Obermoralist mit Tintenfässern nach den Künstlern würfe. Alles in allem ein schönes und passendes Buch zur 500 Jahr Feier, gerade weil es weniger um die Vergangenheit des Eislebener Religionskriegers als vielmehr um den religiösen Alltag von Menschen, Priestern und ihren Göttern in der Gegenwart geht.

Unsern täglich Witz gib uns heute

500 Jahre nach dem Entstehen des PS geben die Künstler mit ihren witzigen, hinter- und tiefgründigen, spöttischen und gelegentlich auch religiöse Gefühle besonders selbstgerechter Eiferer verletzenden Cartoons den Menschen das bewährte Medium Bild zum Verständnis der Religion zurück. Und an die Stelle der 95 Thesen setzten sie noch die Ausstellung UNHEILIGE BILDER im Hof des Stadthauses Wittenberg. Unter freiem Himmel präsentieren hier 56 der besten Cartoonistinnen und Cartoonisten Deutschlands unter dem Motto „Unsern täglich Witz gib uns heute“  vom 05.Mai bis zum 31.Oktober 2017 ihre Sichten zu Kirche und Religionen in der Gegenwart.

Dieter Schwalm, Wolfgang Kleinert (Hrsg.): Unheilige Bilder. Cartoons zu Kirche und Religion. Lappan 2017. Paperback 167 Seiten

Dienstag, 20. Dezember 2016

Jetzt erst recht!

Eine Hommage an Multikulti
Der Anschlag von Berlin zeigt es wieder einmal: religiöser Wahn und kulturelle Isolation gehören nicht nach Deutschland!

Trotz ununterbrochener medialer Berichterstattung sind die Fakten zum Anschlag überschaubar: Ein Mensch hat einen LKW mit hoher Gewschwindigkeit in den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz gesteuert, dabei 12 Menschen getötet und 48 zum Teil schwer verletzt. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass es sich um eine vorsätzliche Tat gehandelt hat. Alle weiteren Spekulationen, Informationen, Schuldzuweisungen, politisch-moralische Empörungen oder hasserfüllte Beileidsheuchelei haben für das Leid der Opfer keinerlei praktische Bedeutung. Auch die "Feststellung", dass es besonders perfide wäre, wenn es sich bei dem Attentäter um einen muslimischen Migranten handeln würde, wird niemanden mehr zum Leben erwecken oder den Angehörigen einen nachhaltigen Trost spenden. Denn egal, ob es sich bei Terroranschlägen um politisch, nationalistisch, muslimisch oder christlich Motivierte handelt, die Ergebnisse sind für die Betroffenen dieselben.
Lediglich die Reaktion der Medien, Politik und des Volkes Stimme ist - je nach Einstellung, mentaler Radikalisierung oder intellektueller Kompetenz der Lautgeber - jeweils recht unterschiedlich. Die meisten Kommentatoren scheinen sich aber dennoch in einer Sache einig: Entscheidend für die Bewertung und den Aufmerksamkeitswert eines Mordanschlages ist die politisch-religiöse (vor allem islamistische) Motivation. Denn erst damit wird aus einem schrecklichen Mordanschlag ein Terroranschlag, eine kulturelle Kriegserklärung, ein Ereignis, mit dem sich für allgemeine Unzufriedenheit, Hass, Wut und Lebensängste ein Ventil anbietet.

Dabei treten die Grundprobleme all solcher Tragödien immer in den Hintergrund: Es gibt für Mordanschläge keine Rechtfertigung und es gibt auch keine moralische Hierarchie dafür, nach dem Muster: Gewissenloser Mörder, o.k, kann ja mal passieren; psychisch Gestörter, schon schlimm; christlich motiviert, gehört sich eigentlich nicht, wird aber schon seinen Grund haben; politisch motiviert, Terror; islamistisch, das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Täter solcher Anschläge sind aber nicht Kultur oder Religionen, im Einzelfall nicht einmal "der IS" oder andere Terrororganisationen, sondern Menschen mit ganz offensichtlich psychischen Defekten.

Die finden sich allerdings auch bei den radikalisierten deutsch-kulturellen Angstbeißern, jenen, die kulturelle Offenheit und Mitmenschlichkeit - kurz ganz normales Sozialverhalten - als Gutmenschentum diffamieren. Diese mental radikalisierten Abendländer stellen am Ende die tatsächliche Bedrohung des verfassungsmäßig demokratisch organisierten Abendlandes dar. Deutsche Leitkultur statt kultureller Vielfalt im Rahmen der Regeln unserer Verfassung selbstverständlich, führt zu kultureller (und geistiger) Inzucht und damit zu all jenen Erscheinungen und Krankheiten, die ein zu kleiner Genpool für die Anpassungs- und Überlebensfähigkeit von Organismen (auch menschliche Gesellschaften sind letztlich Organismen) nach sich zieht. Nach diesem mentalen Inzuchtprinzip funktionieren übrigens auch die Terrororganisationen jedweder Couleur.

Sonntag, 21. August 2016

Notfallpapier der Bundesregierung für den Katastrophenfall

Der Angriff lauert überall!

Ausschnitt aus einer original christlich-abendländischen Katastrophenwarnung
Mit ihrer neuen Konzeption ziviler Verteidigung gelingt es der Bundesregierung wieder einmal, die braven christlich-abendländischen Bürger zu verunsichern. Die Bürger sollen sich Notvorräte für den Fall aller Fälle anlegen. Welcher damit gemeint ist, bleibt offen, Apokalypsen, von der gewaltsamen Machtergreifung schlagartig radikalisierter vollverschleierter  Inlandsislamistinnen bis zur Invasion biologisch verseuchter Zombiearmeen aus dem Osten, sind vorstellbar. Die erstgenannte Bedrohung bedarf für Hardcore- Abendlandschützer keiner weiteren Beweise, die zweite drohende Apokalypse hat zumindest in den USA längst zu einem passenden realen! Katastrophenschutzprogramm geführt, über das ich bereits 2011 in meinem Buch „Vampire, Wiedergänger und Untote“ geschrieben habe:

„Ein Grundthema scheint durch nahezu alle Rezeptionen der historischen Untoten hindurch: das Andersartige, sowohl als Faszinosum als auch als Bedrohung. Mit dem Science-Fiction-Roman „I am Legend“ hatte bereits 1954 der amerikanische Schriftsteller Richard Matheson das Thema der Angst vor der Übernahme der Welt durch eine andere Spezies eröffnet. In diesem zuletzt 2007 verfilmten Buch ist es ein Krankheitserreger, der die Menschheit vampirisiert und den größten Teil dahinrafft. Der einzige Mensch, der gegen die Krankheit immun ist, beginnt einen aussichtslosen Kampf gegen die vampirisierten Seuchenopfer. Am Ende haben aber die Vampire eine neue Gesellschaft aufgebaut, für die der letzte Mensch zum Monster geworden ist, das vernichtet werden muss.
Für die Amerikaner sind die filmischen Szenarien von durch Seuchen mutierten Vampir- oder Zombiearmeen beileibe keine reine Fiktion. Am 16. Mai 2011 veröffentlichte einer der Architekten des Programms zur Vorbereitung auf bioterroristische Anschläge und Geschäftsführer der „Centers for Disease Control and Prevention“, Ali S. Khan, einen Beitrag unter dem Titel „Zombie Apocalypse“ im offiziellen Blog der amerikanischen Regierungsinstitution. Unter Verweis auf die einschlägigen Zombiefilme wie „Resident Evil“ oder „The Night of the Living Dead“ fordert er die Bevölkerung auf, sich auf eine Zombieapokalypse vorzubereiten: „The rise of zombies in pop culture has given credence to the idea that a zombie apocalypse could happen.“ 
Weil also das Aufkommen von Zombies in der Popkultur den Ausbruch einer realen Zombieseuche so glaubwürdig erscheinen lässt, hat Khan mit Hinweis auf den 2003 erschienenen Roman „The Zombie Survival Guide“ des amerikanischen Horrorautors Max Brooks gleich einen offiziellen Notfallplan für Zombieangriffe aufgestellt. Der oberste Präventionsmediziner und Katastrophenschützer der Nation wirbt in dem Blogpost für das Katastrophenschutzprogramm seiner Behörde mit dem Argument, dass in dem beschriebenen Szenario Zombies durch die Straßen der Städte ziehend ganze Länder übernähmen und alles Lebende, das ihnen über den Weg läuft, aufäßen.“ 
Wolfgang Schwerdt: Vampire, Wiedergänger und Untote. Auf der Spur der lebendenToten. Vergangenheitsverlag 2011. Broschiert, 158 Seiten.

Natürlich ist ein wesentlicher Bestandteil auch des amerikanischen Zombiekatastrophenplanes das Anlegen von ausreichenden Mengen an Vorräten. Vielleicht haben unsere bundesdeutschen Politkatastrophenschützer ja bei den Alien- und Zombieerfahrenen amerikanischen Natopartnern abgekupfert. Ob Frau Merkel und ihr Kabinett tatsächlich an Zombies, Aliens aus dem All oder die besagte feministisch-islamistische Machtergreifung (selbstverständlich samt Zerstörung der christlich-abendländischen Selbstgerechtigkeitskultur) glauben, mag bezweifelt werden. In jedem Fall ist es ein wunderschönes Wirtschaftsförderungsprogramm für die genmanipulative Glyphosan-Lebensmittelindustrie. Und dabei kostet es lediglich ein wenig panikmachende Öffentlichkeitsarbeit und schon ist der Konsumschub angeregt (einschlägige FB-zitierfähige Verschwörungstheoriemedien, die das ganz von selbst übernehmen, gibt es ja genug).

Deutschland (also denen, die daran verdienen) geht es immer besser.

Dienstag, 16. August 2016

Von Beruf Genie?

Wenn der Sprung in der Schüssel zum Kassenschlager wird

Was habe ich nicht schon für Tests auf Facebook mitgemacht. Und alle kommen zu den gleichen Ergebnis: Ich bin ein Genie!
Klar, das wusste ich natürlich schon vorher. Aber bei soviel Bestätigung habe ich mir gedacht, dass ich meine Facebook-zertifizierten Höchstbegabungen vielleicht zum Beruf machen könnte. Beispiele für Berufsgenies liefert uns das Unterhaltungsfernsehen doch zu Hauf. Da gibt es die Crime Scene Investigatoren um Frau Bones, die Hypergeniale Scorpiontruppe, die Ermittler Holmes oder Mr. Monk und nicht zuletzt den legendären Dr. House, um nur einige Beispiele zu nennen.

Freitag, 8. Juli 2016

Caricatures

Spott und Humor in Frankreich von 1700 bis in die Gegenwart
Ausstellung vom 9. Juli bis 6. November 2016 

Jacques Callot (1592–1635), Die Bettler: Die beiden Pilger, um 1622/23,  Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst
Pressemitteilung Museum Wilhelm Busch: Ab dem 9. Juli zeigt das Museum Wilhelm Busch in der Ausstellung „Caricatures. Spott und Humor in Frankreich von 1700 bis in die Gegenwart“ über 200 Werke französischer Zeichner. Der Bogen spannt sich von Jacques Callot über Honoré Daumier bis zu Jean-Jacques Sempé und den Karikatu risten von Charlie Hebdo. Die Ausstellung ist eine Hommage an die facettenreiche Tradition der französischen Bildsatire und ihren Beitrag zur Presse- und Meinungsfreiheit. Weiter auf Kulturstrom

Donnerstag, 18. Februar 2016

Deutsche Beobachtungsgabe



Erst heute ist sie mir wieder einmal aufgefallen: Die exakte Täterbeschreibung in den deutschen Medien. In einem nordhessischen Städtchen wurde eine Tankstelle überfallen, das Auto hatte laut Radiosender ein Lüneburger Kennzeichen, die beiden Täter ein ausländisches Aussehen. Ich bin stolz ein Deutscher zu sein, obwohl mir persönlich diese göttliche Gabe der präzisen Beobachtung, die seit Jahren in Form von „ausländisches, nordafrikanisches, arabisches etc. Aussehen“ durch die mediale Berichterstattung geistert, völlig abgeht. Auffällig ebenfalls, dass das inländische oder deutsche Aussehen als Täterbeschreibung wohl keine Fahndungshilfe und insofern in den Medien keiner Erwähnung wert zu sein scheint.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Das gewohnheitsbasierte Gesundheits- und Umweltprogramm


Der Autor beim gesundheitlichen
Verhaltenstraining in freier Natur
Gesund und umweltbewusst leben ist so einfach. Das kann jeder, der bereit ist, mit liebgewonnenen Gewohnheiten zu brechen und einfach mal sein Leben umzustellen. Sparen gibt’s noch kostenlos dazu – zum einzigartigen Ratgeberbuch für  xx.xx Euronen. Na ja, vielleicht kann man ja hier mit dem Sparen anfangen. Mit der Lebensumstellung ist es dann nicht ganz so leicht. Da fällt die Trennung von liebgewonnenen Gewohnheiten doch recht schwer. Nehmen wir einmal das Beispiel Bewegung:

Sonntag, 30. März 2014

Zuschauertribüne als Publikumsmagnet in Kassel Calden eröffnet

Neuer Geschäftsführer: Flughafen Frankfurt muss sich nun warm anziehen, weitere Infrastrukturpläne liegen bereits in der Schublade
 
Kassel 30.03.2014: Nur wenige Wochen nachdem ein neuer Geschäftsführer für den Flughafen Kassel-Calden gewonnen werden konnte, hat dieser im Rahmen einer Pressekonferenz seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem Frankfurter Flughafenbetreiber, eine echte Kampfansage gemacht. Man werde mit der heutigen Einweihung der Flughafentribüne dem mittelhessischen Luftdrehkreuz die Zuschauerzahlen streitig machen, so verkündete der neue Kasseler Flughafenchef.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Gedanken eines einsamen Genies


Der Schriften Steller sind `ne Plage,
der Leser gibt’s wie Sand am Meer.
Wie mach ich‘s nur, dass die Verlage
sind hinter meinen Büchern her.
So denkt sich mancher Federschwinger
in seinem stillen Kämmerlein,
nur seine Bücher sind der Bringer,
was fällt nur den Verlagen ein,
den Plunder, den die andren schreiben,
durch ihre Häuser zu vertreiben
und damit, Pisa hat‘s erkannt,
die Bildung aus dem Hirn verbannt.

Freitag, 21. Februar 2014

Ich bin nicht so, wie ich aussehe



Im Rahmen eines umfangreichen Interviews mit meiner Kollegin Claudia Lampert bin ich – neben vielen anderen – zu zwei Erkenntnissen gekommen, die ich meinen Lesern an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte:
 
1) Ich bin nicht so, wie ich aussehe und

2) Es gibt tatsächlich Menschen, die verstehen, was Til Schweiger sagt . . . oder die zumindest behaupten, ihn zu verstehen!

Beide Erkenntnisse werden zweifellos meine Sicht auf meine fotografischen Portraits verändern und mich zudem in meiner Absicht bestärken den einen oder anderen meiner satirischen Texte zu sprechen und gelegentlich als MP3 Podcasts zu publizieren.
Wie Sie, geneigte Leser, erkennen können, ist das Interview also durchaus dazu geeignet, den einen oder anderen Denkanstoß zu geben. Hier ein kurzer Auszug aus Claudia Lamperts Antworten:

„Sprache ist zweischneidiges Schwert, das uns von anderen abtrennt und uns mit ihnen verbindet. Für mich ist der Umgang mit Sprache immer auch der Umgang mit Menschen. Sprache ist mein Medium, mit dem ich die Isolation durchbrechen und in Beziehung zu Menschen treten kann.  Übers Schreiben sogar mit Menschen, die ich nie gesehen habe.“

Was das mit Til Schweiger und meiner Selbsteinschätzung zu tun hat? Lesen Sie selbst im Interview mit Claudia Lampert, Journalistin, Autorin, Libelle . . .